München im Trachtenfieber

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Anfang September denkt in München noch keiner an Herbst, Kälte und Nässe. Eher an Blasmusik, Bierzelte – und vor allem Tracht.

von Melanie Gottlob

Zur Alltagskleidung gehören Dirndl und Lederhosen noch nicht. Doch die Gelegenheiten häufen sich und einmal im Jahr darf sie auf keinen Fall fehlen.

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Bald wird o’zapft

Das Oktoberfest steht vor der Tür und viele Wiesn-Fans sind noch auf der Suche nach einer feschen Lederhosen oder einem schicken Dirndl. Hochaison für Geschäfte wie Trachten Heider in Dirnismaning.

Woher kommt die Tracht eigentlich?

Das Madl und ihr Dirndl

Die Bezeichnung „Dirndl“ beschreibt eigentlich das Arbeitsgewand junger Mädchen, die auf österreichischen oder bayerischen Höfen dienten, damals Dirnen genannt. Das Kleid war entsprechend einfach: aus strapazierfähigen Stoffen wie Leinen oder Baumwolle. Die Mädchen trugen über einem leichten Hemd das Leiblgwand, das heutige Dirndlkleid. Die Schürze war meist aus BettwäscDSC_0051he genannt.

Die Kleidung war schlicht und ohne Verzierungen. Verschiedenfarbige Kleider, Blusen mit Spitze, gemusterte Schürzen, all das kam erst ab 1930, als Frauen aus der Stadt auf Landbesuchen die Tracht für sich entdeckten. In bayerischen Filmen aus den 60er Jahren tauchte das „moderne“ Dirndl immer häufiger auf und wurde damit populär.

Die Lederhose und der erste Trachtenverein

Die Lederhose ist seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wieder alltagstauglich. Die kurze Lederhose war um 1800 in Mode, dann erst wieder ab 1883, als der Lehrer Joseph Vogl in Bayrischzell gegen die sich durchsetzenden langen Lodenhosen protestierte und sich die klassische kurze lederne DSC_0020Arbeitshosen anfertigen ließ. Mit seinen Freunden gründete er eine Interessengemeinschaft  – den ersten bayerischen Trachtenverein.

Danach wurde die kurze Lederhose vom Adel bei der Jagd getragen, was  wiederum dazu beitrug, dass sie in Mode kam. Sie wurde nun mit Eichen- oder Weinlaubmotiven versehen. Edelweiß und Enzian zieren auch heute oft die Hosenträger.

 

Hasenohr, Hasenohr – links oder rechts?

Wie man eine Schleife bindet, ist an sich nicht schwer. Doch Kathrin Sachse, Mitarbeiterin bei Trachten Heider, kennt ein paar Tricks, damit die Schürzen-Schleife richtig hübsch aussieht. Und sie erklärt, was es mit links und rechts auf sich hat.

Trachtenleidenschaft heute

Auch heute wandelt sich die Trachtenmode ständig. In diesem Jahr sind Dirndl mit längeren Ärmeln in Mode, Rosttöne und Blusen mit Stehkragen. Die Lederhose wird bunt, Verzierungen sind oft in blau und grün statt weiß aufgenäht. Bei Trachten Heider gibt es beides – moderne traditionelle Tracht. Denn Inhaberin Katharina Heider legt großen Wert darauf, die Tradition zu erhalten. Sie hat die Meisterschule für Mode in München besucht, entwirft eigene Kollektionen und verkauft sie als eigene Marke in ihrem Laden.

Trachten Heider – ein Laden mit Tradition und einem modernen Touch

Dirndl, Schürzen, Blusen, Lederhosen, Hemden, Janker, Socken – hier gibt es alles, was man für das perfekte Wiesn-Outfit braucht.

Hier einige Impressionen aus dem Laden:


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