Hundemode: Flitzerglitzer für die Fußhupe

Foto: C. Bauriedel

Foto: C. Bauriedel

Es gibt Menschen, die lieben Mode. Und es gibt Menschen, die lieben Hunde. Bei „WUFF – zieht Hunde an“ in München gibt es beides: Fashion für den Vierbeiner. Petra Brosig verkauft in ihrem Laden Knallpinkes und Brillibestücktes für Chihuahuas und Yorkshires. Alles exklusiv, versteht sich.  Von Christian Bauriedel

Unterhaching ist Hundehaching. In der Fußgängerzone ist am Vormittag Schlawenzelzeit. Pinscher, Jack Russell, Spitz: Bei dem Getrippel auf der Straße meint man, alle in der Münchener Vorstadt lieben Hunde.

Gisela liebt vor allem ihre Shila, einen Yorkshire Terrier. „Ein bisschen Glitzerflitzer fürs Hundi muss schon sein“, sagt die 59-jährige Münchnerin. Sie sitzt im Trachtenjanker auf einem der lila-silbernen Polstermöbel im Eingangsbereich ihres Lieblingsladens und streichelt Shila, die auf ihrem Schoß sitzt.  Vor ihr auf dem Tischchen türmt sich eine Etagere mit Leckerlis. Oder „Bonberle“, wie sie sagt. Der Nichtkenner hätte die Pralinen nicht als Hundekeks enttarnt und zugegriffen.


Trachtenlook und Prinzessinen-Outfit

„Ach, das Dirndl da. Das wär schon auch was für meine Shila“, sagt Gisela in weichem Münchner Dialekt. Wenn sie vom Shopping bei „WUFF“ erzählt, kommt sie ins Schwärmen. Vor allem die Glitzerhalsbänder haben es der Stammkundin angetan. Mehrmals in der Woche kommt sie in den Laden um zu schauen, was es Neues gibt. Sie wohnt gleich ums Eck. Dass ihre Vorliebe für zuckersüße Accessoires ein bisschen ausgefallen ist, ist ihr bewusst. Die Reaktion der Leute auf der Straße sei unterschiedlich. Aber ob Trachtenlook oder Prinzessinnen-Outfit: Meistens überwiege die positive Resonanz auf das Aussehen ihrer Hündin.

Ladenbesitzerin Petra Brosig hat das Geschäft vor zwei Jahren aufgemacht. Davor war sie Angestellte, dann „zehn Jahre Mutter“, anschließend Inhaberin eines Nagelstudios. Die Idee zum Geschäft ist ihr gekommen, als sie eine Bekannte am Gardasee besucht hat. Sie stellt dort Haute Couture für Hunde her. Handgemachte Pullis und Jäckchen.

„Eigentlich war ich nie so der Hundefan“, sagt die 51-Jährige. Zumindest die großen Hunde, sind immernoch nicht so ihr Fall. Ihre Tochter wollte vor ein paar Jahren unbedingt einen Hund. Eine Katze wäre sowieso nicht in Frage gekommen. Petra Brosig hat eine Katzenhaar-Allergie. Dann eben doch ein Hund. Sie hat sich überreden lassen und jetzt möchte sie Tinki und Carlos, zwei Chihuahuas, nicht mehr missen. Die Hunde wuseln ihr im Laden um die Beine, wenn Sie Kunden berät.

Die Eleganz der „Fußhupe“

Zum Einkaufen kämen überwiegend Besitzer kleinerer Hunde, sagt Petra Brosig. In den Regalen befinden sich reihenweise Handtaschen, in denen der kleine Freund bequem getragen werden kann. Mit Kopfausschnitt und Polsterung. „Fußhupen werden die Chihuahuas ja oft genannt“, sagt Brosig. Wenn sie von ihrer Hundeleidenschaft erzählt, schwingt eine leichte Selbstironie mit. Wenn sie ihrer Tinki eine pinkfarbene Pelzjacke überstreift, spricht sie von „ihrer kleinen hübschen Tussi“. Dass es ausgeflippt und extravagant ist, das ist ihr bewusst. Alles andere wäre auch nicht gewünscht. Denn Auffallen durch Eleganz ist das Credo des Ladens.

Kundin Gisela Christoph weiß, woher ihre Vorliebe kommt. Viele würden ihre Kinder modisch zurecht machen. Da sie selbst keine Kinder hat, leistet sie sich eben die Mode für ihre Hündin. Westen, Halsbänder, Bettchen. Auch ein Regenmäntelchen hat sie ihrer Shila schon gekauft. Denn auch wenn der Wind kühl durch die Fußgängerzone weht, will sie ihren Yorkshire gut geschützt wissen.

In der Mode ist preislich viel möglich. Das gilt auch für die „Dog Fashion“. Hier ein paar Beispiele aus Petra Brosigs Laden in Unterhaching. Schätzen Sie den Preis:

Was kostet's in der Hundeboutique?

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