Das Marionettentheater „Kleines Spiel“

Vorhang auf!

Das „Kleine Spiel“ ist zwar ein Marionettentheater, einen Kasper sucht man hier aber vergebens. Die freie Theaterbühne im Herzen Münchens inszeniert nämlich vorrangig Klassiker wie Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“, Shakespeares „Macbeth“ oder Günter Eichs „Geh nicht nach El Kuwehd!“

von Friederike Weiser

Kleines Spiel

Seit 1947 bieten theaterbegeisterte Laien hier ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm. Der Eintritt im „Kleinen Spiel“ ist übrigens seit seiner Gründung kostenlos – wer will darf aber nach der Vorstellung eine Spende in den berühmten schwarzen Zylinder werfen.

 

Kleines Spiel 1

 

Es war einmal…

Gegründet wurde das „Kleine Spiel“ Mitte der Vierziger Jahre von einer Gruppe Studenten. Die jungen Leute suchten nach den Leiden des Krieges Trost und Zerstreuung im Marionettenspiel. Die ersten Vorstellungen fanden kurz nach Kriegsende in einer Ruine in Schwabing statt. 1947 gelang es der Gruppe schließlich, eine Atelierwohnung in der Ainmillerstraße zu finden, in der man sich ein Marionettentheater einrichtete. Das „Kleine Spiel“ musste in seiner fast siebzigjährigen Geschichte mehrfach umziehen und das Geld der Laiengruppe war oft knapp. Ungebrochen ist aber heute wie damals die Theaterleidenschaft der Mitglieder.

 

Ein Ensemble-Mitglied des "Kleinen Spiels"

 

Charakterköpfe

Über hundert Marionetten standen im „Kleinen Spiel“ im Laufe seiner Geschichte bereits auf der Bühne. Keine der Puppen ist gekauft, genau wie die fantasievollen Kulissen werden sie von den Mitgliedern in liebevoller Handarbeit gebaut. Da jede Puppe eine ganz spezifische Rolle verkörpert, kommen bei jeder Inszenierung einige hinzu. Um die Marionetten bei einer Vorstellung zum Leben zu erwecken, braucht es zwei Leute, die hinter den Kulissen aktiv werden: einer leiht der Puppe seine Stimme, ein anderer bewegt sie.

 

VIDEO: Ein Blick hinter die Kulissen

 

GALLERY: Impressionen

 

SLIDESHOW: Wenn die Puppen tanzen…

 

Theaterraum

Sei dabei

 Die Vorstellungen finden jeden Donnerstag (mit Ausnahme der Schulferien) um 20 Uhr in der Neureutherstraße 12 (Eingang Arcisstraße) statt. Einlass ist um 19.45 Uhr. Bis Mitte Juli steht Günter Eichs „Geh nicht nach El Kuwehd!“ auf dem Spielplan.

 


Weitere Infos auf: http://www.kleinesspiel.de