Surfing Munich
Von Silke Bernhart und Rüdiger Fröhlich
Ein kleiner Bach erobert die große Surferwelt

Björn Richie Lob (35) kommt mit seinem Fahrrad und seinem Surfbrett unterm Arm von der Münch-
ner Prinzregentenstraße um die Ecke. Vorgestern war er noch beim Filmfestival auf Bali, übermorgen
geht’s nach Hamburg, zum Jever Sub World Cup 2010 in der Hafen-City. Lob ist braungebrannt,
blonde Surferlocke und kleines, blondes Bärtchen, Shorts, blaues T-Shirt. Ein Vorzeige-Surfer wie
er im Buche steht. Lob gibt noch ein kurzes TV-Interview über sein neuestes Projekt (Ballett), dann
wird das T-Shirt abgestreift. “Ich surfe wahnsinnig gern auf dem Eisbach. Der erste Tag hier ist immer
wieder richtig geil”, sagt Lob, schnappt sich sein Board und stürzt sich in die Wellen.
Sehen Sie sich die Slideshow an: Slide-Show: Faszinierende Fotos vom Eisbach-Surfen
So rauscht der Eisbach. Klicken Sie auf “Play” und starten Sie das Audio-File:
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Eisbach lockt Surfer aus aller Welt an
Björn Richie Lob ist der Regisseur des Kultfilms “Keep Surfing”, der seit drei Monaten in den Kinos
läuft und das Surfen auf dem Eisbach in ganz Deutschland bekannt gemacht hat. Inzwischen
kommen Surfer aus Südafrika, Australien, den USA und der ganzen Welt. “Es ist ein Traum, so
unglaublich cool”, ist Vincent Baron (25) aus La Rochelle begeistert, der sonst an der französischen
Atlantikküste durch die Wellen gleitet. “Surfen mitten in der Stadt. Einfach fantastisch, aber der
Einstieg ist verdammt schwer.” Der Bach ist zwar nur cirka fünf Meter breit, aber die riesige
Welle ist jeden Tag da, 24 Stunden am Tag und nur einen Katzensprung für die Münchner entfernt.
Noch mehr Wellen für München?
Björn Richie Lob steigt aus dem Wasser, lässt sich von der Sonne trocknen und streift sein
blaues T-Shirt wieder über. Oben an der Brücke steht Petra. Petra Offermanns (41) ist
die Sprecherin von der Interessengemeinschaft Surfen in München (IGSM). Eine Liste mit
17.000 Unterschriften hat das Surfen auf dem Eisbach vor dem Aus gerettet, inzwischen ist
Münchens Oberbürgermeister Ude einer der größten Fans der Surfer. Offermanns hat nun
ein nächstes Ziel: Die Rettung des Surfens auf der Flosslände, einer Stufe für Surfanfänger. Zudem
sollten auch Bereiche der Isar so gestaltet werden, damit auch dort das Wellenreiten wieder
ganzjährig möglich ist – und nicht nur bei Hochwasser. “Petra haben wir es zu verdanken, dass wir
hier weiter surfen dürfen”, sagt Lob und schnappt sich sein Rad, klemmt sein Surfbrett wieder
unter den Arm und fährt davon.
Mehr zum Thema:
Wellen für München - Seite der IG Surfen für München
“Keep Surfing” - Informationen zum Film
Björn Richie Lob – Regisseur des Kultfilms “Keep Surfing”