Leben ohne Kunststoff

DSC_0013
Pralinen, Teekannen, Nudeln: in Katrin Schülers Laden in München gibt es vieles, was es auch in anderen Supermärkten zu kaufen gibt. Nur eines fehlt komplett: Plastik. In der „Plastikfreien Zone“ am Max-Weber-Platz liegen die Produkte liebevoll arrangiert auf Holzregalen. Neben Spüllappen aus Baumwolle, Blechdosen oder alternativen Verpackungen gibt es auch skurrile Dinge wie Strohtrinkhalme aus echtem Stroh.

von Christine Pander

DSC_0012Seit rund einem Jahr betreibt die Soziologin Katrin Schüler den speziellen Tante Emma-Laden in München. Die Motivation der 42jährigen ist klar. „Alleine in Deutschland fallen jährlich 10 Millionen Tonnen Kunststoff an, so können wir nicht weitermachen“, sagt sie. „Sonst stecken wir alle eines Tages bis zur Nase im Müll.“ In ihrer plastikfreien Zone ist jeder willkommen. Die Kunden sollen sich wohlfühlen, ins Gespräch kommen und sich neben dem Einkauf über ein Leben ohne Kunststoff informieren.

Gesundes in die Tüte: im Geschäft wird auch Korn frisch gemahlen. Viele Kunden bringen ihre eigenen Gefäße oder Stoffbeutel mit und lassen diese füllen. Katrin Schüler ist es wichtig, die Wertschätzung für Produkte, die uns im Alltag umgeben, wieder zu stärken. „Hinter der Herstellung von vielen Lebensmitteln steckt ja immer ein Handwerk. Das sollten wir uns wieder bewusst machen“, betont Schüler. „Das ist ein ganz wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit“.

Jeden ersten Mittwoch im Monat gibt es im Laden in der Schloßstraße 7 den „Plastikfreien Mittwoch“. Der Infoabend für Austausch und Projektentwicklung soll Interessierten den Weg in ein Leben ohne Kunststoff zeigen.